| Über den Ursprung der “bombardes”
und “binious” wissen wir sehr wenig. Dudelsäcke und Oboen
kommen in der Bretagne seit Urzeiten vor. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts
werden diese traditionellen Instrumente mit den Wörtern «biniou»
und «bombarde» bezeichnet. Im 18. Jahrhundert und 19. Jahrhundert ist die Stadt Lorient das Zentrum des bretonischen Instrumentenbaus, mit renommierten «luthiers» wie Garrec, Jacob, Le Chenadec, Robic, Le Goff, Guellec. Aber in der ganzen Basse Bretagne fertigen Handwerker wie Tischler, Bildhauer, Drechsler, und Müller, die nebenberuflich als Instrumentenbauer arbeiten, binious und bombardes auch auf Bestellung der «sonneurs» (einem Duo aus bombarde und biniou) und zum persönlichen Gebrauch an. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts leidet der bretonische Instrumentenbau unter den neuen musikalischen Moden: bombardes und binious werden von Akkordeon und Klavier verdrängt. Die Renaissance des Instrumentenbaus nach dem zweiten Weltkrieg steht in Verbindung mit dem Aufkommen der “bagadoù” (ein bagad ist eine Musikgruppe nach dem Vorbild schottischer Marching Bands, in der u.a. bombardes, binious und Schlagzeug zusammenspielen) und wird von namhaften luthiers wie Dorig Le Voyer, Jean –Capitaine und Lanig getragen. In den 60er Jahren setzt der berühmte Instrumentenbauer Per Guilloux in Carhaix die Herstellung von bombardes und binious koz auf traditionelle Weise fort.
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